Das hätte ich in meinem Büro nie gedacht – Ein Dialog über Cross Mentoring im sozialen Coworking Space
Lena (Sozialunternehmerin):
Weißt du, ich war anfangs echt skeptisch. Ich dachte, was soll mir jemand aus einem mittelständischen Betrieb schon erzählen, das auf meine kleine, gemeinwohlorientierte Organisation übertragbar ist?
Marc (Leiter Personalentwicklung, Maschinenbau-Unternehmen):
Und ich dachte: Was soll ich schon beitragen? Ihr wirkt so idealistisch, so intrinsisch motiviert – ich hatte fast Hemmungen, mit meinen ganzen Prozessfragen und Excel-Vorlagen zu kommen.
Lena:
Aber genau das war der Aha-Moment für mich! Du hast mir gezeigt, dass Strukturen nicht der Feind der Idee sind, sondern im Gegenteil: Wenn ich wachsen will, muss ich Prozesse denken – nicht als Korsett, sondern als Unterstützung.
Marc:
Und ich habe von dir gelernt, wie stark ein Purpose wirken kann. Wie du dein Team mit deiner Vision begeisterst – das hat mich echt nachdenklich gemacht. Bei uns geht es oft nur um Ziele, weniger um Sinn.
Lena:
Ich fand das Format ideal. Nicht als klassische Beratung – eher als gleichwertiger Austausch. Ich hab mich nie belehrt gefühlt, eher angeregt.
Marc:
Ging mir genauso. Und dieser Ort – dieser Coworking Space – macht was mit einem. Man denkt anders, wenn man nicht im eigenen Firmengebäude hockt.
Lena:
Ja, hier verschwimmen die Grenzen: Haupt- und Ehrenamt, Wirtschaft und Zivilgesellschaft, Erfahrung und Neugier. Es fühlt sich eher wie ein gemeinsames Forschen an als wie ein klassisches Mentoring.
Marc:
Und was machst du jetzt anders?
Lena:
Ich habe meine Projektstruktur überarbeitet – mit einem Teamcheck-in, wie du ihn vorgeschlagen hast. Und du?
Marc:
Ich habe ein internes Format gestartet: „Purpose Friday“. Einmal im Monat reflektieren wir, was uns antreibt – inspiriert von dir.
Lena:
Das ist der Effekt von Cross Mentoring: Man inspiriert sich gegenseitig – ohne dass einer den Ton angibt.
Marc:
Genau. Und man versteht: Gemeinwohl und Wirtschaft müssen keine Gegensätze sein. Sie können sich befruchten.






